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Teppichreiniger für Waschsauger: welches Konzentrat?

Ein Waschsauger reinigt anders als ein Staubsauger: Er sprüht eine Reinigungslösung in die Faser und saugt sie mitsamt dem gelösten Schmutz sofort wieder heraus. Dieses Prinzip heißt Sprühextraktion — und es funktioniert nur mit dem richtigen Konzentrat. Dieser Ratgeber erklärt, welches Mittel in welches Gerät gehört, wie hoch die Dosierung sein muss und woran die meisten Reinigungen scheitern.

Waschsauger, Nasssauger, Sprühextraktionsgerät — was ist der Unterschied?

Die Begriffe werden im Handel durcheinandergeworfen, technisch bezeichnen sie zwei verschiedene Dinge:

  • Waschsauger / Sprühextraktionsgerät (Kärcher Puzzi, Vax, Bissell, Thomas): sprüht Lösung unter Druck in den Teppich und saugt sie im selben Arbeitsgang zurück. Das ist das Gerät, für das Teppichkonzentrate gemacht sind.
  • Nasssauger: saugt Flüssigkeit auf, sprüht aber nicht selbst. Wer damit reinigt, trägt die Lösung von Hand oder mit einer Shampoonierbürste auf und saugt sie anschließend ab. Das Reinigungsmittel ist dasselbe, nur die Dosierung fällt geringer aus, weil weniger Flüssigkeit in die Faser kommt.

Für beide gilt dieselbe Anforderung an das Mittel — und die ist wichtiger als die Gerätemarke.

Die eine Eigenschaft, auf die es ankommt: schaumarm

Ein normales Teppichshampoo aus der Handreinigung schäumt bewusst. In einem Waschsauger ist genau das ein Problem: Der Schaum wird mit dem Schmutzwasser in den Auffangbehälter gezogen, dehnt sich dort aus und kann in die Saugturbine übertreten. Die Folge reicht von nachlassender Saugleistung bis zum Motorschaden.

Deshalb ist der Teppichreiniger für Waschsauger ein schaumarm eingestelltes Konzentrat. Es löst denselben Schmutz, bildet aber die Schaumkrone nicht, die dem Gerät schadet. Wer bereits mit stark schäumendem Mittel gearbeitet hat, kann dem Schmutzwassertank vor dem nächsten Durchgang etwas Entschäumer beigeben — besser ist, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen.

Dosierung: 1 bis 3 Prozent, nicht mehr

Die belegte Dosierung für BiOHY Teppichkonzentrate:

  • Maschinell (Waschsauger): je nach Verschmutzungsgrad 10 bis 30 ml Konzentrat auf 1 Liter kaltes Wasser — das entspricht 1 bis 3 Prozent.
  • Manuell (Nasssauger, Shampoonierbürste): 10 ml auf 1 Liter Wasser.

Höher zu dosieren beschleunigt nichts. Im Gegenteil: Was nicht wieder herausgeholt wird, bleibt als Tensidfilm in der Faser. Dieser Film ist leicht klebrig, bindet Staub und sorgt dafür, dass der Teppich nach der Reinigung schneller wieder schmutzig aussieht als vorher. Das ist die häufigste Ursache für den Eindruck, ein Reiniger habe „nicht funktioniert“.

Der Ablauf in fünf Schritten

  1. Trocken absaugen. Loser Staub und Krümel müssen raus, bevor Wasser ins Spiel kommt — sonst entsteht daraus Schlamm in der Faser.
  2. Farbechtheit testen. Weißes Tuch mit der fertigen Lösung anfeuchten, an verdeckter Stelle 30 Sekunden aufdrücken. Färbt es ab, wird nicht nass gereinigt.
  3. Shampoonieren. In überlappenden Bahnen arbeiten, nicht zweimal dieselbe Stelle durchnässen.
  4. Sofort absaugen. Die Lösung soll nicht antrocknen. Anschließend ein bis zwei Durchgänge nur mit klarem Wasser — dieser Klarwassergang holt die Tensidreste heraus und entscheidet über das Ergebnis.
  5. Trocknen lassen. Für Durchzug sorgen und den Teppich erst betreten, wenn er wirklich trocken ist. Bleibt die Rückseite länger als 24 Stunden feucht, entstehen Stockflecken.

Welches Konzentrat für welchen Zweck?

  • Teppichreiniger für Waschsauger — schaumarm eingestellt, für Sprühextraktion in Teppich und Teppichboden. Das Standardmittel, wenn ein Gerät im Spiel ist.
  • Teppichshampoo — für Teppiche und Läufer, maschinell wie von Hand. Gegen Flecken und Tiergerüche, mit Jasminduft.
  • Polsterreiniger — für Sofa, Sessel und Matratze. Auf Textilbezüge abgestimmt, ebenfalls für die Polsterdüse geeignet.
  • Premium Polsterreiniger — höhere Wirkstoffkraft für eingetrocknete, ältere Flecken.
  • KFZ Polster- & Lederpflege — Autositze und Innenraum, wo Waschsauger mit Polsterdüse arbeiten.

Alle schaumarmen Konzentrate stehen gebündelt unter Reiniger für Waschsauger & Nasssauger.

Nicht jeder Teppich darf nass gereinigt werden

Bevor das Gerät angeschlossen wird, muss die Faser feststehen. Wolle verträgt keine alkalischen Mittel und kein heißes Wasser, Sisal, Jute und Kokos schrumpfen und bekommen dauerhafte Wasserränder, Viskose verliert nass ihre Festigkeit. Für Synthetikfasern — Polyamid, Polypropylen, Polyester — ist die Sprühextraktion dagegen das Verfahren der Wahl. Welche Faser was verträgt, steht ausführlich im Ratgeber Teppich nachhaltig reinigen.

Häufige Fragen

Kann ich normales Teppichshampoo im Waschsauger verwenden?
Nur, wenn es ausdrücklich als schaumarm ausgewiesen ist. Handelsübliche Shampoos für die Handwäsche schäumen zu stark und gefährden die Saugturbine.

Wie viel Konzentrat brauche ich pro Jahr?
Bei regelmäßiger Anwendung reicht eine Flasche Konzentrat für ein Jahr — 10 bis 30 ml ergeben einen Liter fertige Lösung.

Warum riecht der Teppich nach dem Trocknen muffig?
Fast immer, weil zu viel Wasser eingebracht und der Teppichrücken nicht durchgetrocknet ist. Weniger Flüssigkeit, gründlicher absaugen, Durchzug.

Funktioniert das Konzentrat auch im Gerät einer anderen Marke?
Ja. Sprühextraktion arbeitet bei Kärcher Puzzi, Vax, Bissell und Thomas nach demselben Prinzip. Entscheidend ist, dass das Mittel schaumarm und für die Faser geeignet ist, nicht die Marke des Geräts.

Und wenn nach der Reinigung noch Geruch bleibt?
Dann sitzt er meist im Teppichrücken. Erst gründlich ausspülen und trocknen, danach mit dem Geruchsneutralisierer arbeiten — nie umgekehrt.

Fazit

Ein Waschsauger holt so viel Schmutz heraus, wie das Konzentrat gelöst und das Gerät wieder aufgenommen hat. Drei Dinge entscheiden über das Ergebnis: ein schaumarmes Mittel, eine Dosierung von 1 bis 3 Prozent statt „großzügig“ — und ein Durchgang mit klarem Wasser am Ende. Wer das einhält, braucht keine professionelle Teppichwäsche.

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